Südstrand Interessengemeinschaft Fehmarn e.V.

 
IG Fehmarn (Südstrand), c/o Dr. Carl W. Barthel, Richard-Byrd-Str. 18, 50829 Köln
Mail: i©bv4,de | Tel. Köln: 0221 / 5399-0
Tel. Fehmarn: 04371 / 3626 | Fax: 0221 / 5399111 | www.ig-fehmarn.de
Home | Wir über uns | Archiv | Stadtplan | Aktuell | An die Presse | Bilder | Wie werde ich Mitglied? | Impressum | Jacobsen | Satzung | Bebauungspläne
Geschichte der Interessengemeinschaft | Pressespiegel | Südstrand | Termine | Politik-Fehmarn | Verwaltung-Fehmarn | Mitgliederbereich | Vorstandsbereich
 

A. Aus Wikipedia

Arne Emil Jacobsen (* 11. Februar 1902 in Kopenhagen; † 24. März 1971 ebenda) gilt als international bedeutendster Architekt und Designer Dänemarks im 20. Jahrhundert. 1927 machte Arne Jacobsen seinen Abschluss an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen. Danach arbeitete er als Architekt. Jacobsen ist dem modernen Funktionalismus zuzuordnen; seine Bauten und Designarbeiten waren beeinflusst durch Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier und durch das Bauhaus.

Architektur

Jacobsens Architektur zeichnet sich durch eine klare, an Geometrie und Material orientierter Formensprache aus. Diese leitete sich dabei weniger, wie es gern dargestellt wird, aus der Funktion ab ("form follows function"), sondern entsprang dem rigiden modernistischen Konzept Jacobsens, dem sich im privaten Alltag auch dessen Familie unterwerfen musste. Jacobsen galt Kritikern als architektonischer Diktator, der Gebäude so rigide durchgestaltete, dass es keinen Raum für persönliche Änderungswünsche gab.

Sein wohl bekanntestes Werk auf diesem Gebiet ist das SAS Royal Hotel in Kopenhagen von 1960. Arne Jacobsen gestaltete sowohl das Gebäude als auch die komplette Inneneinrichtung. Außer in Dänemark und in den USA hat Jacobsen hat auch in Deutschland errichtete Gebäude entworfen, unter anderem das Gebäude des Gymnasiums Christianeum in Hamburg-Othmarschen und das Gebäude der Vattenfall Europe Hamburg AG in der Hamburger City-Nord im Stadtteil Winterhude. Weitere Entwürfe von Jacobsen wurden in Berlin, Hannover, Mainz (Rathaus), Castrop-Rauxel sowie in Burgtiefe auf Fehmarn realisiert.

Design

Stuhl 3100, seiner Form wegen "Ameisenstuhl" genannt
(gehört auch zur Ausstattung des Haus des Kurgastes auf Fehmarn)

Im Gegensatz zu den architektonischen Arbeiten orientierten sich viele seiner Design-Projekte stark an organischen Formen. Jacobsen entwickelte hieraus an die Formensprache abstrakter Kunst erinnernde Objekte, die sich durch eine prägnante und klare Gestalt auszeichneten. Ein Hintergrund dieser anderen Akzentsetzung im Designbereich dürfte Jacobsens Naturverbundenheit gespielt haben - Jacobsen war passionierter Botaniker. Populär wurden mehrere seiner Sitzmöbel, die ab 1950 entstanden. Diese tragen Namen wie "Ameise", "Ei", "Schwan" oder "3107". Letzterer ist der meistverkaufte Stuhl aller Zeiten. Ebenfalls sehr bekannt wurde seine Essbesteckserie "AJ"; Stanley Kubrick wählte sie für den in den 1960er Jahren gedrehten Film "2001: Odyssee im Weltraum". Jacobsens für den Hersteller Stelton entworfene Gebrauchsgegenstände aus Edelstahl sind moderne Klassiker.
In seinem Werk spiegelt sich sein Perfektionismus wieder. Er soll fast permanent gearbeitet haben. Erholung bestand für ihn darin, sich einem anderen Bereich kreativer Betätigung zuzuwenden. Jacobsen galt Kritikern als architektonischer Diktator. Sein wohl bekanntestes Werk auf diesem Gebiet ist das SAS Royal Hotel in Kopenhagen von 1960. Arne Jacobsen gestaltete sowohl das Gebäude als auch die komplette Inneneinrichtung. Außer in Dänemark und in den USA hat Jacobsen hat auch in Deutschland errichtete Gebäude entworfen, unter anderem das Gebäude des Gymnasiums Christianeum in Hamburg-Othmarschen und das Gebäude der Vattenfall Europe Hamburg AG in der Hamburger City-Nord im Stadtteil Winterhude. Weitere Entwürfe von Jacobsen wurden in Berlin, Hannover, Mainz (Rathaus), Castrop-Rauxel sowie in Burgtiefe auf Fehmarn realisiert.


B. Die Bauten am Südstrand auf Fehmarn



C. Leitideen nach Jacobsen

Jacobsen hat sich detailliert zu den grundliegenden Ideen für die von ihm entwickelte Planung der Anlage eines Ostsee-Heilbades in Burgtiefe auf Fehmarn geäußert:

1. "Grundlegende Gedanken zum Bebauungsvorschlag sind die Schaffung von charakteristischen Zonen, denen Anlage sich der Landschaft anpassen und freie Ausblicke in die ungestörte Natur ermöglichen. Zugleich sollen diese je nach ihrer Funktion deutlich differenzierten Zonen abwechslungsreich miteinander verbunden sein" (vgl. auch Deutsche Bauzeitung 1967, S. 714).

2. "Bei der Verteilung der Zonen gingen wir davon aus, dass der Hauptstrom der Besucher sich auf Kurzentrum, Kurpromenade, Schwimmhalle, Hotels und zugehörigen Strand verteilen kann, ohne die Ruhe des umliegenden Ferienlandes zu stören. Diese Bauten bilden die vitalste Zone und sind daher direkt erreichbar. (...) Über einen Promenadengang (gelangt man) zu allen Punkten des Zentrums und zum Strand. Jedoch sind auch an vielen anderen Stellen über Atrien und Passagen Durchblicke und Zugänge zu Strand und Kurpromenade geschaffen. So wirkt die lineare Anlage nicht als Riegel, sondern als transparenter Fächer, dem Verlauf des Strandes folgend. (...) Zugleich ermöglicht die leicht geschwungene Anlage Übersicht und visuelle Reize, die das Hin und Her der Feriengäste fördern. Der alle Zentrumsfunktionen verbindende Promenadengang ist so ausgebildet, dass sich auf ihm trotz Wind und Wetter geselliges Leben entwickeln kann. Er liegt etwa 3 m über dem Meeresspiegel und gewährt weite Sicht über das Wasser. Eine Mauer grenzt in leichtem Bogen Gang und daran liegende Bauten deutlich gegen den Strand ab".(vgl. auch Deutsche Bauzeitung 1967, S. 714).

3. "Die Hotelbauten wurden von 3-4 Geschossen auf die 17 Geschosse erhöht, gegen die starken Bedenken von Arne Jacobsen und Otto Weitling. Das Bauherrenkonsortium - so viel ich weiß eine Kombination aus privaten Investoren und öffentlichen Leuten - drängte auf bessere Wirtschaftlichkeit und bewirkte, dass die Kieler Behörden den Bau von Hochhäusern nicht nur akzeptieren, sondern auch befürworteten. Wieder gegen unserer Bedenken und einiger kommunaler Leute aus Burg und den Naturschutz. So geht es eben. Darauf machte unser Büro einen zumindest sehr schönen Vorschlag für die Hotelbauten. Diese Vorschläge wurden ohne unser Wissen begonnen. Otto und ich entdeckten, als wir mit dem Flugzeug nach Mainz flogen, dass man mit den Bauarbeiten begonnen hatte - wieder großen Krach, aber es war nichts zu machen". (Ein enger Mitarbeiter von Otto Weitling, nach Edith Lang vom Architekturbüro Dissing + Weitling, Kopenhagen, zitiert nach Hansen, A. in: Die Denkmalpflege, 2005, S. 13.


D. Das Gesamtkunstwerk "Ostsee-Heilbad"

Dr. Astrid Hansen vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein hat sich sehr fundiert mit der Beurteilung des Gesamtkunstwerks "Ostsee-Heilbad" in der Zeitschrift "Die Denkmalpflege, 63. Jg. 2005, Heft 1, S. 5 bis 14 als "Denkmal" auseinander gesetzt. Sie kommt zu folgenden Fakten und Erkenntnissen, hier zusammengefasst als "20-Punkte-Liste":

1. Die (derzeit noch) mangelnde Beachtung dieses Werkes hängt mit der unglücklichen Baugeschichte bzw. dem zum Teil gestörten Überlieferungszustand zusammen.

2. Das Erscheinungsbild des Gesamtkunstwerks als "Ensemble" ist durch Um-, An- und Neubauten erheblich bedroht.

3. Der Bau geht auf einen 1965 ausgelobten öffentlichen Ideenwettbewerb zurück (Vorsitzender des Preisgerichtes war der Karlsruher Professor Egon Eiermann).

4. 1966 erhielt Jacobsen gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Otto Weitling den Architektenauftrag, der nach Jacobsen Tod in 1971 das Projekt gemeinsam mit seinem Partner Hans Dissing das Werk vollendete.

5. Die Planung sah eine Aneinanderreichung von Bauten unterschiedlichster Funktionen vor, mit einem in der Mitte der Anlage liegenden architektonischen Höhepunkt, nämlich dem Meereswellenbad.

6. Mittelpunkt dieser Bebauung sollten nicht mehr die palastartigen Hotelbauten, sondern die "Erlebniswelten" des 20. Jahrhunderts sein.

7. Beim Meereswellenbad, 1971 -1972 erbaut, steht der in ihrer Höhenausdehnung monumental wirkenden Nordansicht die niedrigere Südseite gegenüber, deren Ansicht nicht minder beeindruckend durch das hoch aufragende Dach geprägt wird. Wie ein Kristall am Meeresstrand wirkt die Halle, flankiert von zwei filigranen Flachdachbauten bei innen liegender Tragkonstruktion auf einer tieferen Ebene stehend.

8. Eine Initiative der Architektenkammer Schleswig-Holstein führte 1991 zur Eintragung des Meereswellenbades in das Denkmalbuch des Landes.

9. Das Haus des Kurgastes, 1968 eingeweiht, war das erste Gebäude das für das Seebad entstand. Der Stahlskelettbau mit zum Teil vorgefertigten Elementen aus Beton und Glasflächen korrespondiert mit jenen des Schwimmbads. Wie Inseln sind die einzelnen Nutzungsbereich in das Haus eingestellt. Der ebenerdige Bau weist eine großzügige Wirkung und ein hohes Maß an Transparenz auf.

10. Die Verwendung weniger, zuweilen edelster oder rein funktional erscheinender Materialien ist kennzeichnend für das Werk Jacobsens. Deutlich grenzte sich Jacobsen gegen den "Brutalismus" der 1960er Jahre ab. Kennzeichnend für Jacobsen: Der Expressivität (Wucht von Bauten) stehen filigrane oder von Linearität geprägte Bauten zur Seite.

11. Das Ostsee-Heilbad nimmt im Werk Jacobsen eine besondere Stellung ein und erinnert an andere Werke und Planungen Jacobsen. Im Werk Jacobsen ist die Ausseinandersetzung mit den konstruktiven Möglichkeiten des schrägen, hängenden, schwebenden oder fliegenden Daches, typisch für die Architektur der Moderne, ein immer wieder kehrendes Thema.

12. Der von Jacobsen durchgestaltete schützende Bereich um das Schwimmbad und damit auch der ihn eigens umgehende Raum erscheinen verloren. Ohne Abstimmung mit den Denkmalbehörden hat der Betreiber die Entfernung des Plateaus durchgeführt. Nahezu belanglos sind nunmehr die von Jacobsen gewollte Einbindung bzw. Abgrenzung in die Naturlandschaft.

13. Störend wirken innen wie außen eine entstellende aufdringliche Farbgebung, die Jacobsens zurückhaltender Farbskala widerspricht.

14. Die Wohnbauten sind bislang ebenso wenig bewertet wie der ebenfalls von Jacobsen entwickelte Yachthafen.

15. Ein direkt hinter dem Haus des Kurgastes würde diesen durch einen entstehenden Neubau zum Foyer degradieren. Verloren gehen dann das Plateau und die Pergolen, die diesen "Pavillon der Moderne" so kongenial umgeben. Bei dieser Planung würde dieser zu einer beliebigen Baumasse innerhalb einer verdichteten Anlage.

16. Möglichkeiten der Erweiterung der Anlage hatte Jacobsen in seinem ersten Bebauungsvorschlag angedacht und auch selbst beschrieben. Zunächst hatte er Atrien, später "Inseln auf der Insel" präferiert. Bei Verfolgung der "Idee des linearen Planes" sollte ein "unkomplizierter etappenweise Aufbau der Anlage" ermöglicht werden.

17. Durch die Bauten der Ferienwohnungen der Wohnanlage am Ende des Südstrandes sind architektonisch unterschiedliche "Inseln" entstanden. Diese treten aber nicht in Konkurrenz zueinander und degradieren sich nicht gegenseitig.

18. Im Umgang mit der Moderne wird der denkmalpflegerische Grundsatz des Konservierens der Originalsubstanz verinnerlicht. Damit wird auch die Frage der "denkmalgerechten" Erweiterung und Instandsetzung unmittelbar angesprochen. Dies erfordert äußerte Präzision in der Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung.

19. Zu fordern ist die Wiederherstellung des Plateaus und eine weitere "Entzerrung" der Baumassen zueinander mittels Rückbesinnung auf die Werte und Details der Architektur Arne Jacobsens. Damit würden die Würde und Ausstrahlung des in der BRD einzigartigen Seebades der 1960er Jahre erhalten bleiben.

20. Der Charme von Jacobsen Hallenbad verträgt keine derbe Nachbarschaft. Offen bleibt die Option des im Denkmalschutzgesetzes verankerten "Umgebungsschutzes" für eingetragene Kulturdenkmale.




E. Oberverwaltungsgericht des Landes Schleswig-Holstein

1. Ortstermin am 6. Juli 2007 am Südstrand (Ablauf)

Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden des OVG Herrn Fries am Haus des Gastes um 10.58 eröffnet. Erschienen waren rund 20 Personen, insbesondere

- das Gericht (3 Richter und 2 Schöffen), Protokollführerin;
- der Berufungskläger (im ersten Rechtszug: der Beklagte), also die Vertreter der Denkmalamtes des Landes SH, Herr Dr. Paarmann (Dezernent), Frau Dr. Astrid Hansen (zuständig für die Nachkriegsarchitektur), Herr Dr. Schulze sowie der beauftragte Rechtsanwalt;
- die Berufsbeklagte (im ersten Rechtszug: die Klägerin), also der Bürgermeister Herr Schmied, Herr Nass (Leiter des Bauaufsichtsamtes), der stellvertretende Leiter der Tourismus GmbH sowie der beauftragte Rechtsanwalt;
- vier Vertreter der politischen Parteien (Stadträte) , insbesondere Frau Brigitte Brill (SPD), Herr Dietmar Frohberg (FWV), Manfred Harländer (CDU);
- die Presse (FT, LN).

Zunächst legte der Berichterstatter die rechtlichen Grundlagen und den bisherigen gerichtlichen Ablauf dar. Im ersten Rechtszug vor dem VG war im wesentlichen auf das öffentliche bzw. nicht-öffentliche Interesse abgestellt worden und die Denkmalschutzwürdigkeit (d.h. Eintragung in das Denkmalbuch) im Ergebnis verneint worden. Die Parteien erhielten kurz das Wort. Der Vorsitzende legte den weiteren Ablauf dar (Besichtigung von außen und von innen, danach Verhandlung und ggf. Beratung). Frau Dr. Hansen erläuterte die Bedeutung und Leitideen von Arne Jacobsen und hob die denkmalbezogene Bedeutung des Hauses des Kurgastes (jetzt: Haus des Gastes) hervor. Jacobsen habe in diesem Bauwerk auch viele Details mitgestaltet (Deckenlampen, Terrazzoboden, Bestuhlung). Die Vertreter der Stadt hoben hervor, dass es sich um einen reinen Funktionsbau handele; Jacobsen sei mehr Designer als Archtekt gewesen. Das Bauwerk wurde außen und innen besichtigtigt und von den einzelnen Personen unterschiedlich gewürdigt.
Nach erfolgter Besichtigung (auch des Kellergeschosses) beschloss das Gericht, im Versammlungsraum des Hauses weiter zu tagen. Es wurden spontan einige Tische zusammen gestellt. Die Parteien erhielten noch einmal das Wort. Der Prozessvertreter der Denkmalsbehörde wies auf einen Beweisantrag mit einer Reihe von Punkten (Einholung von Sachverständigengutachten usw.) hin. Der Prozessvertreter der Stadt Burg verwies auf die bisherigen Entscheidungsgründe des VG hin. Es wurden allgemein die denkmalschutzrechtlichen Auswirkungen auf einen möglichen Investor besprochen, insbesondere ob das Bauwerk als Foyer für ein 4-Sterne-Hotel fungieren könne. Der Bürgermeister verwies darauf, dass bereits ein Investor abgesprungen sei. Herr Nass bestätigte auf Befragen des Gerichts, dass das beauftragte Ingenieurbüro die Statik des Gebäudes für eine weitere Nutzung für nicht bedenklich hielt. Die Denkmalsbehörde bestätigte, dass diese bereits mit mehreren Interessen verhandelt habe. Das Gericht beriet sich kurz (die Anwesenden verließen vorrübergehend den Raum). Es verkündete, dass bei Zweifel über die Beweisanträge der Denkmalsbehörde dann zu entscheiden sei; es ließ bis zum Schluss offen, zu welcher Auffassung es zuneigte. Am kommenden Montag würde eine Entscheidung verkündet.

2. Zum Sach- und Rechtsvortrag (Würdigung)

Insgesamt konnte dem Sach- und dem Rechtsvortrag des Gerichtes und der Parteien Folgendes entnommen bzw. diese wie folgt gewürdigt werden:
Das Haus des Gastes ist insofern ein besonderes schutzwürdiges Objekt, als hier ein Architekt und Designer perfektionistisch bis in die Einzelheiten (nicht nur im Hinblick auf die berühmten Stapelstühle) ebenso prägend wie von großer Originalität ein Bauwerk von besonderer Unverwechselbarkeit und Seltenheit geschaffen hat. Arne Jacobsen gilt als international bedeutender Architekt und Designer Dänemarks.
Der Denkmalbehörde wurde indirekt vorgehalten, als nicht bereits vor Jahren das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz gestellt wurde. Es wurde von der Denkmalsbehörde angemerkt, dass hier eine 30-Jahres-Frist zu beachten war und es schon mutig war, das Wellenschwimmbad unter Denkmalschutz zu stellen.
Es wurde ersichtlich, in welchem Umfange die Stadt Burg (jetzt: Fehmarn) als Eigentümerin ein solches Bauwerk hat verkommen lassen bzw. bereits stark verändert und sogar das zum Ensemble gehörte alte Kurmittelhaus ganz abgerissen hat. Eine solche Verfahrensweise einschließlich des Reparaturstaus kann nicht mit dem Verzicht auf die Eintragung in das Denkmalbuch belohnt werden. Das von der Stadt Fehmarn vorgetragene Argument, Jacobsen sei eher ein Designer als ein Architekt gewesen überzeugt keinesfalls: Man würde Leonardo da Vinci seine Fähigkeiten als Maler oder Architekt kaum absprechen können, nur weil er auch Ingenieur und Philosoph war.
Das Argument der Stadt Fehmarn, es handele sich um einen reinen "Funktionsbau", erstaunt, weil Jacobsen ein Pioneer des "Funktionalismus" war, also bei seinen Werken nicht bei der bloßen Funktion hängen blieb, sondern gerade dort erst ansetzte.
Insgesamt kam die juristische Seite zu kurz: § 1 Abs. 2 DSchG nennt verschiedene Tatbestandsmerkmale; offen blieb, ob vorliegend ein "(bau-) geschichtlicher" oder ein "künstlerischer" oder ein "städtebaulicher" oder ein die "Kulturlandschaft prägender" Wert anzunehmen ist bzw. ob sogar mehrere Tatbestandsmerkmale erfüllt sind oder von jedem etwas vorhanden ist. Normalerweise ist man gut beraten, stringent vorzugehen bzw. die einzelnen Tatbestandsmerkmale weiter zu definieren, damit ein sauberes Subsumieren möglich ist.
Das Verwaltungsgericht hatte seiner Zeit auf die Abwägung von öffentlichem und nicht-öffentlichem Interesse entsprechend § 1 Abs. 2 DSchG abgestellt; hierzu war beim Ortstermin von beiden Seiten so gut wie nichts vorgetragen worden, was bemerkenswert war. Es brauchte ja kein "besonderes" öffentliche Interesse wie nach der Strafprozessordnung nachgewiesen werden, aber es hätte schon interessiert, welcher Teil der Allgemeinheit aus welchem Grund (Besonderheiten und Seltenheiten über die Funktion des Bauwerkes hinaus) einen Anteil an der Eintragung ins Denkmalbuch hat. Dass die Stadt Fehmarn wie die meisten Gemeinden in Finanznöten steckt, ist kein Grund für die Annahme des Vorliegens eines überwiegenden Einzelinteresses der Eigentümerin (zumal voraussichtlich viel Geld infolge der Ausgleichsmaßnahmen wegen der Belt-Überquerung nach Fehmarn fließen wird).
Offen blieb die Relevanz des Hinweises auf § 1 Abs. 3 DSchG im Hinblick auf das Vorliegen eines "Denkmalbereiches", also ob es sich um ein Kulturdenkmal oder um einen Denkmalbereich handelt. Je nachdem hätte die Argumentation anders lauten müssen. Es wäre hilfreich gewesen, wenn bei Annahme eines Grenzfalles "vergleichsorientiert" unter Ähnlichkeitsgesichtspunkten eine Liste vergleichbarer Bauwerke vorgelegen hätte bzw. thematisiert worden wäre, bei denen (erfolgreich) eine Eintragung in das Denkmalbuch vorgenommen worden ist, also hiernach das "Haus des Gastes" erst recht ein Kulturdenkmal darstellt. Vielleicht wäre auch eine Stellungnahme einer renommierten Institution aus Kopenhagen nützlich gewesen.

3. Die Entscheidung des VG (erstinstanzliche Entscheidung)

Das Schleswig-Holsteinisches VG hatte im Urteil vom 11.10.2005, Az. 2 A 19/05 den Denkmalschutz für das 37 Jahre alte Haus des Kurgastes in Burgtiefe auf Fehmarn (Kreis Ostholstein) aufgehoben.
Der rechteckige Flachdachbau des dänischen Architekten Arne Jacobsen (1902-1971) sei weder von geschichtlichem noch künstlerisch prägendem Wert.
Die Kammer folgte damit dem Antrag der Stadt Fehmarn, die das Kurzentrum modernisieren wollte und den Denkmalschutz als Hindernis betrachtete.

4. Die Entscheidung dess OVG (endgültige Entscheidung)

Urteil des OVG Schleswig-Holstein vom 6.7.2007 zu Aktenzeichen 1 LB 5/06:

"Die Klage wird abgewiesen. Die Klägerin trägt die Kosten. Die Revision wird nicht zugelassen."

Damit ist die Klage (der Stadt Fehmarn) gegen das Landesamt für Denkmalschutz (Beklagte) wegen der Eintragung in das Denkmalbuch endgültig zu Lasten der Stadt Fehmarn entschieden. Die Klage ist somit noch am Tage des Ortstermins auf Fehmarn (Sitzungssaal: großer Saal des Haus des Gastes) entschieden worden.

 

Oberverwaltungsgericht..., den Richter am Oberverwaltungsgericht..., den Richter am Oberverwaltungsgericht... und die ehrenamtlichen Richter... und ... für Recht erkannt:

Auf die Berufung des Beklagten wird das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts - 2. Kammer - vom 11. Oktober 2005 geändert.
Die Klage wird abgewiesen.
Die Klägerin trägt die Kosten des Verfahrens.
Die Kostenentscheidung ist vorläufig vollstreckbar.
Der Klägerin wird nachgelassen, die Vollstreckung durch Si­cherheitsleistung in Höhe der festzusetzenden Kosten abzu­wenden, wenn nicht der Beklagte vor der Vollstreckung in glei­cher Höhe Sicherheit leistet.
Die Revision wird nicht zugelassen.

Tatbestand:

Die Klägerin wendet sich gegen die Eintragung des in ihrem Eigentum stehenden Gebäu­des „Haus des Kurgastes" in Burgtiefe in das Denkmalbuch.


Das am Südstrand errichtete Gebäude war Teil des dortigen Kurzentrums, bestehend aus dem Meerwasserwellenbad sowie den beiden östlich und westlich davon befindlichen -untergeordneten - Gebäuden Kurmittelhaus und „Haus des Kurgastes". Das Kurmittel­haus ist inzwischen abgebrochen worden; dort wird ein sog. „Erlebnisbad" errichtet, das mit dem Meerwasserwellenbad in Verbindung stehen soll. Die Gestaltung des Neubaus ist mit dem beklagten Landesamt abgestimmt worden.


Der Bau des „Ostsee-Heilbades" in Burgtiefe geht auf einen 1965 durch die Stadt Burg ausgelobten öffentlichen Wettbewerb „zur Erlangung von Entwürfen für die Gestaltung des Ostseebades Burg auf Fehmarn - Südstrand Burgtiefe -, Kreis Oldenburg/Holstein" sowie des „Bau-Wettbewerbs zur Erlangung von Vorentwürfen für den Bau des Hauses des Kurgastes als 1. Bauabschnitt des Kurzentrums für das Ostseebad" zurück. Der erste Preis in diesem Wettbewerb ging an den dänischen Architekten Arne Jacobsen (1902 -1971) gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Otto Weitling; letzterer war 1956 in das Büro Jacobsens eingetreten und betreute seit 1960 die Projekte in Deutschland.


Der Architektenauftrag wurde 1966 dem ersten Preisträger erteilt. Der ursprüngliche Be­bauungsvorschlag Jacobsens sah ein Kurzentrum vor, das sich entlang der Promenade über ca. 230 m Länge erstreckte. Drei Bauwerke unterschiedlicher Funktionen waren in einer Reihe angeordnet; das in der Mitte liegende Meerwasserwellenbad sollte beidseits auf einer leicht abgesenkten Ebene von je einem Flachdachbau, dem Kurmittelhaus und dem „Haus des Kurgastes", begleitet werden. Im Westen sollte eine Ferienwohnanlage in Form eines kleinen Dorfes, im Osten eine Hotelanlage mit 3 drei- bis viergeschossigen Gebäuden entstehen. Letztere wurde auf Drängen des Bauherrenkonsortiums auf 17 Ge­schosse erhöht.

Das „Haus des Kurgastes" ist 1968 als erstes Gebäude des Kurzentrums fertig gestellt und in Betrieb genommen worden. Es handelt sich dabei um einen im Grundriss recht­eckigen Flachdachbau mit innen liegender Konstruktion, umhüllt von einer Glasfassade aus rechteckigen Glaselementen (sog. Curtain Wall). Gebäudezugänge befinden sich im Norden (Landseite) und im Süden (Seeseite). An der West- und Ostseite lässt sich die Glasfassade öffnen; auf der Westseite besteht dadurch die Möglichkeit, die Terrasse für Theater- oder Kulturveranstaltungen zu nutzen. Die das Gebäude plateauartig umgeben­de Terrasse ist mit einer Pergola ausgestattet, die im Originalzustand mit Sonnenschutz­lamellen aus Holz überdacht war.


Das 1990/91 unter Denkmalschutz gestellte „Meerwasserwellenbad" war ebenfalls von einem Podest umgeben, das von einer niedrig gehaltenen Betonmauer mit einem Stahl­geländer gefasst und über drei Freitreppen zu erreichen war. Auf den an der Ostseite des Wellenbades befindlichen Haupteingang führte eine in Teilen überdachte Pergola.


Das östlich an das Wellenbad anschließende Kurmittelhaus war mit einer Gebäudehöhe von rund 5 m ebenso wie das „Haus des Kurgastes" dem Wellenbad deutlich untergeordnet.


Nach Inbetriebnahme haben das „Haus des Kurgastes" und das Meerwasserwellenbad samt dem umgebenden Plateau bauliche Veränderungen erfahren: Die ursprüngliche teilweise Überdachung der Terrasse am „Haus des Kurgastes" ist entfernt worden. Die Pergolen aus Metall haben eine türkise Farbgebung erhalten. Ebenfalls entfernt wurden das das Meerwasserwellenbad und das Kurmittelhaus umgebende Plateau sowie die dor­tige Überdachung der Pergola. Das Plateau wurde strandseitig angeböscht und mit Geh­wegen mit Klinkerbefestigung versehen.


Das Kurmittelhaus wurde Anfang der 90er Jahre vom Architekturbüro „Weitling + Dissing", dem früher auch der Architekt Jacobsen angehörte, erweitert und mit einer neuen Fassa­de aus grauen Metallplatten versehen. Das Gebäude ist jetzt nicht mehr vorhanden.


Mit Schreiben vom 14. Januar 2004 teilte das beklagte Landesamt der Klägerin mit, dass nach der Überprüfung des Bestandes an historischen Kulturgütern in Schleswig-Holstein das „Haus des Kurgastes" als ein schutzwürdiges Kulturdenkmal eingestuft worden und für die Eintragung in das Denkmalbuch vorgesehen sei. Die Eintragung solle sich auf das gesamte Haus einschließlich des umgebenden Plateaus mit Pergola und Mauern erstre­cken. In dem Schreiben heißt es u. a., das von den Architekten Jacobsen und Weitling aus Hellerup/Dänemark entworfene Gebäude sei als erstes der drei Bauten des Kurzent­rums fertig gestellt und im Mai 1968 in Betrieb genommen worden. Die Seebäderkultur in Schleswig-Holstein habe mit den beeindruckenden Bauten in Burgtiefe einen Höhepunkt erreicht. Die Gebäudegruppe sei das Ergebnis eines europäischen Architekturwettbe­werbs gewesen und sei bereits kurz nach ihrer Fertigstellung als eines der wenigen Ob­jekte in Schleswig-Holstein als bedeutendes Werk zeitgenössischer Architektur gewürdigt worden. Der Architekt Arne Jacobsen sei als Vertreter skandinavischer Architektur des 20. Jahrhunderts - neben Alvar Aalto und Eero Saarinen - einer der drei bekanntesten und bedeutendsten Architekten der frühen Moderne. Seine Bauten (z.B. Nationalbank in Ko­penhagen, Kinobauten, Theater, Rathäuser, Universitäten usw.) gehörten inzwischen zu den Klassikern der neueren Architekturgeschichte. In Deutschland existierten nur sechs Bauten von ihm; der Komplex in Burgtiefe sei das einzige Werk in Schleswig-Holstein. Die Erhaltung des Gebäudes liege seiner besonderen historischen und künstlerischen Bedeu­tung wegen im öffentlichen Interesse.

Die Klägerin trat der beabsichtigten Eintragung ihres Hauses in das Denkmalbuch entge­gen. Sie verwies auf die geplante Modernisierung der Infrastruktur in Burgtiefe (Süd­strand), welche u.a. den Abriss des „Hauses des Kurgastes" mit anschließendem Neubau eines sechsgeschossigen Vier-Sterne-Hotels umfasse.

Mit Bescheid vom 05. März 2004 verfügte das beklagte Landesamt die Eintragung des „Hauses des Kurgastes" in das Denkmalbuch für die Kulturdenkmale aus geschichtlicher Zeit (Band G Blatt 103). Zur Begründung wurden die im Schreiben vom 14. Januar 2004 genannten Gründe wiederholt und ausgeführt, die Erhaltung des Gebäudes liege wegen seiner besonderen historischen und künstlerischen Bedeutung im öffentlichen Interesse. Der Denkmalschutz erstrecke sich auf das gesamte Haus einschließlich des umgebenden Plateaus mit Pergola und Mauern.


In einem ergänzenden Schreiben vom selben Tage nahm das beklagte Amt zu den Ar­gumenten der Klägerin nochmals Stellung und erläuterte die Schutzgründe. Im Rahmen des gesetzlichen Auftrags der Eintragung von Denkmalen in das Denkmalbuch bestehe kein Ermessen. Bei der Auslegung der unbestimmten Rechtsbegriffe im Gesetz komme es auf den Wissens- und Erkenntnisstand sachverständiger Kreise an. Dass in sachver­ständigen Kreisen die international bekannten Werke Arne Jacobsens als herausragende Beispiele zeitgenössischer Architektur als erhaltenswert eingestuft würden, stehe außer Zweifel. Für das öffentliche Interesse an der Bewertung eines Baudenkmals seien nur die Belange des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege maßgebend. Eine Abwägung mit anderen öffentlichen Belangen finde im Rahmen des Eintragungsverfahrens nicht statt. Private Belange könnten nicht in diesem Verfahrensstadium berücksichtigt werden, son­dern erst bei einer konkreten Entscheidung über das Schicksal des Kulturdenkmals. Des­sen technische Erhaltungsfähigkeit stehe außer Zweifel; auf die Kosten dafür komme es in diesem Stadium nicht an. Bei der Eintragung des Meerwasserwellenbades 1990/91 in das Denkmalbuch sei die besondere Bedeutung des vorliegenden Gebäudes noch nicht erkannt worden.


Die Klägerin erhob dagegen am 31. März 2004 Widerspruch. Ihren bisherigen Argumen­ten fügte sie hinzu, die Denkmalwertkriterien und das die Erhaltung des Hauses rechtfer­tigende öffentliche Interesse seien unzureichend dargetan. Das gesamte Ensemble sei früher Kern des Kurzentrums gewesen, heute jedoch existierten an vielen Stellen des Südstrandes entsprechende Infrastruktureinrichtungen mit der Folge, dass das „Haus des Kurgastes" zur Bedeutungslosigkeit verkommen sei. Das „Haus des Kurgastes" finde auf der Internetseite zum Werk Arne Jacobsens keine Erwähnung, obwohl dort mit den 20er Jahren beginnend jedes Gebäude aufgelistet sei.

Nach Anhörung des Denkmalrates wies der Beklagte den Widerspruch der Klägerin mit Widerspruchsbescheid vom 08. Juli 2004 - zugestellt am selben Tage - aus den Gründen des angefochtenen Bescheides vom 05. März 2004 zurück.


Am 06. August 2004 hat die Klägerin Klage vor dem Verwaltungsgericht erhoben. Sie hat die Ansicht vertreten, die angefochtenen Bescheide seien mangelhaft begründet. Darin sei lediglich das Objekt beschrieben worden, ohne die einzelnen Denkmalwertkriterien in Bezug auf das „Haus des Kurgastes" und das öffentliche Interesse an dessen Erhaltung darzulegen. Die grundrechtliche Bindungswirkung bei der Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe und die Zweckbindung bei eigentumsrelevanten Eingriffen bleibe außer Betracht. Das öffentliche Interesse an der Erhaltung sei nicht etwa bereits bei der Annah­me von Denkmalwertkriterien indiziert. Zudem werde immer wieder auf das Ensemble aus dem „Haus des Kurgastes", dem Meerwasserwellenbad und dem Kurmittelhaus abge­stellt. Ein eigener Denkmalwert des „Hauses des Kurgastes" werde nicht dargelegt. Ein solcher folge weder daraus, dass es sich um ein Spätwerk Arne Jacobsens handele -soweit es nicht Weitling zuzurechnen sei -, noch aus dem Architektenwettbewerb oder der Verwendung bestimmter Materialien. Die fehlende fachliche und internationale Beach­tung des Hauses des Kurgastes werde durch die fehlende Internetpräsenz widergespie­gelt; auch die jüngst erschienene Abhandlung Astrid Hansens in der Zeitschrift „Die Denkmalpflege" Heft 1/2005 spreche davon, dass das Ostsee-Heilbad ein kaum bekann­tes Werk Jacobsens sei.

Die Klägerin hat beantragt,

den  Bescheid des Beklagten vom 05. März 2004 in Gestalt des Wider­spruchsbescheides vom 08. Juli 2004 aufzuheben.

Das beklagte Landesamt hat beantragt,

die Klage abzuweisen.

Es hat an der Beurteilung festgehalten, dass das „Haus des Kurgastes" einschließlich des dieses umgebenden Plateaus mit Pergolen und Mauern ein Kulturdenkmal sei, das wegen seines geschichtlichen und künstlerischen Wertes von besonderer Bedeutung und in das Denkmalbuch einzutragen sei. Der besondere historische und künstlerische Wert des „Hauses des Kurgastes" sei im Zusammenhang mit dem Meerwasserwellenbad und dem Kurmittelhaus zu sehen. Allen Bauten gemeinsam sei ein sie umgebendes (teilweise nicht mehr vorhandenes) Plateau, welches sie wie auf einer Insel stehend zusammenhalte. Hinzu kämen die Pergolen, die die Bauten miteinander verbänden. In ihnen offenbare sich der Entwurf, der diese drei Bauten als eine in sich geschlossene Einheit verstehe. Die Pergolen umschlössen auch das „Haus des Kurgastes", bei dem im Inneren konsequent das Thema „Insel" - durch eingestellte Räume - wieder aufgegriffen werde. Als Spätwerk Arne Jacobsens sei das „Haus des Kurgastes" ein Kulturdenkmal von besonderer künstle­rischer Bedeutung. In seinem Œuvre sei es in Verbindung mit dem Meerwasserwellenbad einzigartig. Als „Pavillon" der späten 1960er Jahre besitze es auch einen eigenständigen Denkmalwert. Die Verwendung hochwertiger Materialien (Edelholz, Naturstein) v. a. im Inneren, sowie die ausgewogenen Proportionen bei der Fassadengestaltung bestimmten sein Erscheinungsbild. Es sei das einzige Seebad, das Jacobsen realisiert habe und nehme innerhalb der Seebäder Schleswig-Holsteins als eines der ersten seiner Art eine entsprechende Schlüsselstellung ein. Das öffentliche Interesse an der Erhaltung und Er­forschung des Kulturdenkmals „Haus des Kurgastes" sei gegeben. Seien - wie hier - die Denkmalwertkriterien erfüllt, so werde das öffentliche Interesse an der Erforschung und Erhaltung - hier konkret wegen des geschichtlichen und künstlerischen Wertes des „Hau­ses des Kurgastes" - grundsätzlich indiziert. Die angefochtenen Bescheide seien ausrei­chend begründet worden. Jedenfalls aber stehe § 115 LVwG einer Aufhebung der Unter-schutzstellungsverfügung entgegen, weil die streitige Eintragung in das Denkmalbuch eine gebundene Entscheidung sei. Der Bau in Burgtiefe sei entgegen den Zweifeln der Klägerin originär Jacobsen (und Weitling) zuzurechnen, auch wenn er erst teilweise nach Jacobsens Tod realisiert worden sei.

Das Verwaltungsgericht hat die Örtlichkeit in Augenschein genommen und der Klage durch Urteil vom 11. Oktober 2005 stattgegeben.


In den Urteilsgründen heißt es, der Beklagte habe das „Haus des Kurgastes" zu Unrecht in das Denkmalbuch für die Kulturdenkmale aus geschichtlicher Zeit eingetragen. Der Beklagte habe - zwar - das gem. § 6 Abs. 3 Satz 1 DSchG erforderliche Anhörungsver­fahren durchgeführt. Auch seien Begründungsmängel in den angefochtenen Bescheiden nicht festzustellen. Inwieweit die gegebene Begründung die getroffene Unterschutzstel­lung rechtfertige, sei keine Frage der formellen, sondern allein eine Frage der materiellen Rechtmäßigkeit der angefochtenen Eintragungsentscheidung. Die materiellen Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung des „Hauses des Kurgastes" nach § 5 Abs. 1 i.V.m. § 1 Abs. 2 Satz 1 DSchG lägen hingegen nicht vor. Bei der Beurteilung der Denkmalwürdig­keit seien die von der Klägerin angeführten finanziellen Erwägungen unerheblich. Die tat­bestandlichen Voraussetzungen für die Eintragung nach § 5 DSchG seien nicht gegeben. Das „Haus des Kurgastes" sei bereits nach der Begriffsbestimmung des § 1 Abs. 2 Satz 1 DSchG kein Kulturdenkmal. Das Haus sei zwar eine Sache aus vergangener Zeit. Insbe­sondere erfülle das 1968 fertig gestellte und in Betrieb genommene Gebäude die „Alters­vorgabe" nach den Durchführungsvorschriften zum Denkmalschutzgesetz (DSchGDV; Erlass vom 13. August 2002 - III 333/3540.12 -, NBl. MBWFK. Schl.-H. 2002, S. 573), wonach ein Kulturdenkmal in der Regel nicht jünger als dreißig Jahre sein soll. Demge­genüber komme ihm weder ein geschichtlicher noch ein wissenschaftlicher, künstleri­scher, städtebaulicher oder die Kulturlandschaft prägender Wert zu. Das „Haus des Kur­gastes" sei, wie es der Beklagte selbst formuliere, ein „Pavillon" der späten 1960er Jahre, der - als recht „junges" Gebäude - weder historische Ereignisse noch geschichtliche Entwicklungen anschaulich mache. Die Durchführung eines Ideen- und Bauwettbewerbes vor Errichtung eines Gebäudes sei für sich genommen nicht aussagekräftig in Bezug auf die Baugeschichte einer Stadt. Mit dem „Haus des Kurgastes" werde auch kein histori­scher Entwicklungsprozess widergespiegelt, auch wenn das Gebäude als Flachdachbau bzw. Pavillon dem Zeitgeist der 1960er und 1970er Jahre entsprechend errichtet worden sei. Auch ein künstlerischer Wert sei nicht gegeben. Aufgrund der Augenscheinseinnah­me und der Auswertung des Akteninhalts habe die Kammer nicht die Überzeugung vom künstlerischen Wert des „Hauses des Kurgastes" gewinnen können. Das der strengen Formensprache der Moderne der 1960er Jahre entsprechend errichtete, im Grundriss rechteckige Gebäude sei eine Stahlkonstruktion aus zum Teil vorgefertigten Elementen mit einer Obergeschossdecke bestehend aus großen Traufbalken auf kreuzförmigen Stüt­zen und darüber einer Plattenbalkendecke. Weder die innen liegende Konstruktion, noch die sie umhüllende Curtain Wall, eine Wärmeschutzverglasung aus querrechteckigen Scheiben, oder das gefällelose, an den Seiten weit überstehende Warmflachdach sprä­chen das ästhetische Empfinden des Betrachters in besonderem Maße an; das Gebäude wirke - isoliert betrachtet - in seiner Schlichtheit vielmehr alltäglich. Dieser Eindruck wer­de auch nicht durch das dieses Gebäude umgebende Plateau oder die Pergolen relati­viert. Ebenso wenig seien die im Innern zur Verwendung gelangten, teils edlen Materialien wie etwa die zum Teil vorhandene Verkleidung mit Naturholz geeignet, dem Gebäude den Eindruck des Alltäglichen zu nehmen. Die Bezeichnung der einzelnen Nutzungsbereiche innerhalb des Hauses als „Inseln" enthalte eine Überbewertung der Gebäudegestaltung. Das Einstellen von Wänden, um einzelne von einander abgegrenzte Räume zu schaffen, sei bei der gewählten innen liegenden Konstruktion ausschließlich bauartbedingt, ohne dem Gebäude einen Symbolgehalt zu verleihen. Als schlichter Funktionsbau sei das Ge­bäude kein herausragendes Beispiel für die Stilrichtung der Sechziger Jahre, zumal es auch in Schleswig-Holstein zahlreiche weitere Gebäude dieser Art gebe. Das Haus habe auch keinen exemplarischen Charakter für das Werk des dänischen Architekten Jacob-sen, der in besonderem Maße als Designer von Möbeln und Gebrauchsgegenständen Bekanntheit erlangt habe. Selbst wenn man das „Haus des Kurgastes" als Teil des Kur­zentrums (Ensembles) des Ostsee-Heilbades beurteilte, ergäbe sich keine andere Ein­schätzung. Insoweit sei von Bedeutung, dass das Kurzentrum in weiten Teilen bereits erheblich „überformt" sei. Dadurch sei dem äußeren Erscheinungsbild des „Ensembles" die „Jacobsen-typische" Idee der inselartigen Anordnung eines Meerwasserwellenbades als Solitär mit zwei gleichartigen flankierenden Nebengebäuden genommen worden. Dem Gebäude fehle - unabhängig davon - jedenfalls die Denkmalwürdigkeit, weil seine Erhal­tung nicht im öffentlichen Interesse liege (§ 1 Abs. 2 Satz 1 DSchG). Das öffentliche Inte­resse werde nicht schon bei Annahme der Denkmalwertkriterien indiziert. Dieses Tatbe­standsmerkmal sei gewissermaßen ein Korrektiv zu den weit gefassten Denkmalwertkrite­rien. Das öffentliche Interesse sei gegeben, wenn eine allgemeine Überzeugung von der Denkmalwürdigkeit einer baulichen Anlage und der Notwendigkeit ihrer Erhaltung bestehe bzw. wenn die Denkmalwürdigkeit in das Bewusstsein der Bevölkerung oder mindestens eines breiten Kreises von Sachverständigen eingegangen sei. Daran fehle es hier. Es sei nicht ersichtlich, dass das „Haus des Kurgastes" als Einzelobjekt oder jedenfalls als Teil des Ensembles „Kurzentrum" in besonderem Maße Bekanntheit erlangt hätte und deshalb als denkmalwürdig eingestuft worden wäre. Gegen das öffentliche Erhaltungsinteresse spreche auch die erhebliche „Überformung" weiter Teile der Bauten, wodurch dem En­semble „Kurzentrum" die Originalität genommen worden sei.

Gegen dieses, ihm am 25. November 2005 zugestellte Urteil hat das beklagte Landesamt am 08. Dezember 2005 die Zulassung der Berufung beantragt. Diesem Antrag hat der Senat entsprochen.


Das beklagte Landesamt hält an seiner Ansicht fest, dass dem „Haus des Kurgastes" so­wohl ein künstlerischer als auch ein geschichtlicher Wert i. S. d. § 1 Abs. 2 S. 1 DSchG zukomme. Vor dem Hintergrund der Entwicklung der Badekultur seit dem späten 18. Jahrhundert an den Küsten sei das Ferienzentrum Burgtiefe im „Bauboom" der Sechziger Jahre entstanden. Dabei sei jedoch - anders als an anderen Standorten - ein architektonisch qualitätvoller Weg gewählt worden. Der 1965 durchgeführte Architektenwettbewerb unter dem Jury-Vorsitz von Prof. Eiermann habe dem Ziel gedient, etwas „Besonderes" zu schaffen. Mit den Bauten in Burgtiefe sei der Anschluss an eine moderne Bäderarchitektur gelungen. Jacobsen habe sich als Urheber des (Bau-) Entwurfs verstanden. Jacobsen habe die leicht geschwungene Anlage mit einem drei Meter über dem Meeresspiegel lie­genden Promenadengang verbunden und so eine weite Aussicht über das Wasser herge­stellt. Die „Inseln" im Inneren des Gebäudes und die Pergolen außen seien im Wesentli­chen noch erhalten. Die „besondere Handschrift" Jacobsens komme in dem „schwer" las­tenden, weit auskragenden Flachdach über filigran wirkenden „Curtain Walls" zum Aus­druck, so dass das Dach einen schwebenden Charakter erhalte. Durch das umgebende Plateau werde diese Wirkung gesteigert. Im Inneren wirkten die dunklen, geschlossenen Holztüren kontrastierend zu den Fenstern. Die Pergolen seien durch einen falschen Farb­anstrich überformt worden. Insgesamt sei das Gebäude von besonderer Bedeutung. Ob es auf Fehmarn singuläre Bedeutung habe, sei unerheblich. Das Verwaltungsgericht habe die Bedeutung des Tatbestandsmerkmals des öffentlichen Erhaltungsinteresses verkannt. Diesem Merkmal komme keine eigenständige Bedeutung zu, vielmehr sei das öffentliche Erhaltungsinteresse durch das Vorliegen der Denkmalwertkriterien indiziert. Unzutreffend gehe das Verwaltungsgericht davon aus, dass das Gebäude nicht in das Bewusstsein eines breiten Kreises von Sachverständigen - nur auf diese komme es an - gelangt sei.

Das beklagte Landesamt beantragt,

das angefochtene Urteil zu ändern und die Klage abzuweisen.

Die Klägerin beantragt,

die Berufung zurückzuweisen,

Sie hält das erstinstanzliche Urteil für zutreffend. Das „Haus des Kurgastes" sei weder denkmalfähig noch denkmalwürdig. Ein künstlerischer Wert des Gebäudes sei in Bezug auf dessen äußere Erscheinung oder auf dessen Inneres nicht festzustellen. Es entspre­che dem der Stilrichtung der 60er Jahre Üblichen. Es sei in keiner Weise belegt, dass das Haus ein wichtiges Exempel der Architektur Arne Jacobsens sei. Es handele sich um all­tägliche Architektur; das gelte auch für das Gestaltungselement der Pergolen und des gefällelosen Flachdaches. Deshalb sei das Haus auch kaum bekannt. Das Gebäude sei ohne geschichtliche bzw. architekturgeschichtliche Bedeutung. Welcher Dokumentations­wert dem Gebäude baugeschichtlich beikomme, sei nicht nachgewiesen. Aus der Durch­führung des Architektenwettbewerbs lasse sich die historische Bedeutung nicht ableiten. Schließlich fehle auch das öffentliche (Erhaltungs-)Interesse. Es gebe keine Hinweise darauf, dass das Gebäude in das Bewusstsein mindestens eines breiten Kreises von Sachverständigen eingegangen sei. Erforderlich sei zudem, dass auch die Notwendigkeit der Erhaltung des Gebäudes in das Bewusstsein der Bevölkerung, mindestens aber der Sachverständigen, gedrungen sei. Der Denkmalwert indiziere kein öffentliches Interesse an der Erhaltung. Auf eine „besondere Bedeutung" komme es danach nicht mehr an.


Der Senat hat die Örtlichkeit in Augenschein genommen; das „Haus des Kurgastes wurde von außen und innen besichtigt, ferner das daneben stehende Meerwasser-Wellenbad von außen und die Baugrube am früheren Standort des Kurmittelhauses.


Wegen der weiteren Einzelheiten des Sachverhalts und des Vorbringens der Beteiligten wird auf die eingereichten Schriftsätze - nebst Anlagen - Bezug genommen. Die Verwal­tungsvorgänge der Beklagten haben vorgelegen und sind Gegenstand der mündlichen Verhandlung gewesen.

Entscheidungsgründe:

    1. Die zugelassene Berufung des beklagten Landesamtes ist fristgerecht begründet
      worden. Sie hat Erfolg, denn die angefochtenen Bescheide vom 05. März 2004 (Ein tragungsverfügung) und vom 08. Juli 2004 (Widerspruchsbescheid) sind rechtmäßig. Das entgegenstehende Urteil des Verwaltungsgerichts ist deshalb aufzuheben und die Klage abzuweisen.
    2. Das „Haus des Kurgastes" (einschließlich des umgebenden Plateaus mit Pergola und Mauern) ist zu Recht in das Denkmalbuch eingetragen worden. Die angefochtenen Bescheide sind in formeller Hinsicht nicht zu beanstanden (unten a). In materieller Hinsicht ist das Gericht zur umfassenden Überprüfung der gesetzlichen Eintragungsvoraussetzungen befugt (unten b). Das „Haus des Kurgastes" entspricht den Denkmalwertkriterien gemäß §§ 1 Abs. 1, 5 Abs. 1 DSchG (unten c); seine Unterschutzstellung entspricht der besonderen Bedeutung des Bauwerks. Sie ist deshalb von ei­nem öffentlichen Erhaltungsinteresse getragen (unten d). Das Eigentumsrecht der Klägerin wird durch die Eintragung nicht verletzt (unten e).
      • Die angefochtene Eintragungsverfügung vom 05. März 2004 (S. 2, zu 1.) benennt das geschützte Bauwerk „einschließlich des umgebenden Plateaus mit Pergola und Mauern" als Schutzgegenstand. Das genügt den Bestimmtheitsanforderungen (§ 108 Abs. 1 LVwG). Das Innere des Gebäudes bedurfte keiner ausdrücklichen Einbeziehung in den Schutz, denn dieses ist nach dem Gesamtzusammenhang des Bescheides mit vom Schutz umfasst. Das entsprich i. ü. dem Regelfall; Ausnahmen können nur unter besonderen Umständen und nach entsprechender Klarstellung im Bescheid in Betracht kommen (vgl. OVG Münster, Urt. v. 12.09.2006, 10 A 541/05,
        BauR 2007, 363).
      • Das beklagte Amt hat die Tatsachengrundlagen der angefochtenen Bescheide auch aufgeklärt (vgl. dazu BVerwG, Beschl. v. 10.07.1987, 4 B 146.97, NJW 1988, 505 sowie OVG Münster, Urt. v. 13.10.1988, 11 A 2734/86, BRS 48 Nr. 116 [Ls. 2]) und die Unterschutzstellung ausreichend begründet (§ 109 Abs. 1 LVwG). Ob bzw. inwie­weit die angeführten Gründe zutreffen, ist eine Frage der materiellen Rechtmäßigkeit der angefochtenen Bescheide. Ein Begründungsmangel wäre i. ü. nur entschei­dungserheblich, wenn eine andere Entscheidung in der Sache hätte getroffen werden können (§ 115 LVwG); das wäre - im Hinblick auf den Umstand, dass die Behörde nach § 5 Abs. 1 DSchG eine gebundene Entscheidung zu treffen hat - nur der Fall, wenn die materiellen Voraussetzungen der Unterschutzstellung fehlten (vgl. dazu Urt. des Senats vom 10.10.1995, 1 L 27/95, Juris [n. v.]).

      • Eine Eintragung in das Denkmalbuch erfolgt, wenn ein im öffentlichen Interesse zu erhaltendes Kulturdenkmal i. S. d. § 1 Abs. 2 Satz 1 DSchG vorliegt, das wegen seines geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen oder die Kulturlandschaft prägenden Wertes von besonderer Bedeutung ist (§ 5 Abs. 1 DSchG). Danach liegt bei der Unterschutzstellung von Kulturdenkmalen „im Vorgang der Beurteilung der Denkmaleigenschaft das Schwergewicht der Gesetzesanwendung" (vgl. Hönes, Die Unterschutzstellung von Kulturdenkmälern, 1987, S. 137 f.) Das Gesetz gibt für die Bestimmung des Denkmalwertes eines Objekts unbestimmte Rechtsbegriffe vor; mit der Entscheidung, dass ein bestimmtes Denkmalwertkriterium erfüllt ist, ist zugleich - ohne weiteres Ermessen - die Rechtsfolge der Unterschutzstellung verbunden. Einer Abwägung mit den Interessen des betroffenen Eigentümers bedarf es nicht mehr (vgl. VGH Mannheim, Urt. v. 30.07.1985, 5 S 229/85, DÖV 1986, 119; OVG Bremen, Urt. v. 25.05.1998, 1 BA 9/97, NordÖR 2000, 168). Im Wortlaut des § 5 Abs. 1 Satz 1 DSchG, wonach bei Vorliegen der dort genannten Voraussetzungen ein Kulturdenk­mal in das Denkmalbuch einzutragen „ist", ist dies vorgezeichnet (Urt. des Senats vom 10.10.1995, a.a.O., sowie Urt. v. 19.03.1998, 1 L 63/94, NordÖR 1999, 38 f.).

        Die Anwendung der unbestimmten Rechtsbegriffe zum Denkmalwert und zu den Vor­aussetzungen der Eintragung in das Denkmalbuch unterliegt einer uneingeschränk­ten verwaltungsgerichtlichen Kontrolle. Der „wertende Inhalt" der unbestimmten Rechtsbegriffe steht dem nicht entgegen (BVerwG, Urt. v. 22.04.1966, IV C 120.65, BVerwGE 24, 60 ff. [zum Hamburgischen Denkmalschutzrecht]; krit. dazu Kummer, Denkmalschutzrecht als gestaltendes Baurecht, 1981, 42 f.). Die gerichtliche Kontrol­le betrifft in erster Linie die Faktengrundlage der (einzelnen) Denkmalwertkriterien; diese muss einwandfrei ermittelt und der Denkmalwertbestimmung zugrunde gelegt werden. Diese obliegt als „bewertender Erkenntnisakt" (Hönes, a.a.O.) der Behörde bzw. im Rahmen der Kontrolle der Inhaltsbestimmung und der Anwendung der im Gesetz genannten unbestimmten Rechtsbegriffe dem Gericht. Das Gericht kann im Rahmen seiner Entscheidung die fachkundigen Feststellungen der beklagten Denk­malschutzbehörde berücksichtigen. Allein die Stellung der Behörde als Verfahrensbe­teiligte bzw. ihr im Verwaltungsprozess hervortretender „Gegensatz" zur Position der Klägerin begründet nicht die Annahme, dass ihre fachkundigen Feststellungen inhalt­lich fehlerhaft oder sachwidrig sind (Beschl. des Senats vom 10.03.2006, 1 LA 11/06, NordÖR 2006, 321 (Ls.); ebenso: OVG Berlin, Urt. v. 18.11.1994, 2 B 10.92, BRS 56 Nr. 215).

        Im vorliegenden Fall ist die Faktengrundlage der Unterschutzstellung nur in einem kleinen Detail unklar: Die Bauentwürfe für das „Haus des Kurgastes" sind von dem Architekten Arne Jacobsen nicht signiert worden. Dies soll indes für alle Entwürfe aus dem Büro dieses Architekten gelten (s. a. Anlage B 6 zum Schriftsatz vom29.06.2007 des beklagten Landesamtes). In der mündlichen Verhandlung hat das beklagte Amt dazu ergänzt, das Bauwerk sei jedenfalls maßgeblich von Arne Jacobsen geprägt worden, der auch mehrfach die Baustelle besucht habe.

        Eine Veranlassung zu weiterer Aufklärung, insbesondere zur Einholung eines (von der Klägerin angeregten) Sachverständigengutachtens, bestand weder insoweit noch zu anderen (Bewertungs-)Fragen. Für die Denkmalwertkriterien kommt es auf die Klärung der (alleinigen) Urheberschaft des Architekten Jacobsen nicht an, sondern darauf, ob und ggf. inwieweit die in dem Bauwerk verkörperten Stil- und Gestaltungs­elemente den Wertkriterien i. S.d. § 5 Abs. 1 DSchG zuzuordnen sind. Soweit die künstlerische „Handschrift" von Arne Jacobsen (und seinem Partner Otto Weitling) in Rede steht, wird diese durch deren Beteiligung an dem von der Stadt Burg im Jahr 1965 durchgeführten städtebaulichen „Ideenwettbewerb" (vgl. jetzt § 25 VOF) hinrei­chend belegt.

      • Das „Haus des Kurgastes" erfüllt die Denkmalwertkriterien gemäß § 5 Abs. 1 DSchG. Die gerichtliche Überprüfung kann insoweit alle im Gesetz genannten Krite­rien berücksichtigen, also auch diejenigen eines wissenschaftlichen, die Kulturland­schaft prägenden (unten [1]), sowie eines städtebaulichen Wertes (unten [2]); sie ist also nicht auf die - im angefochtenen Bescheid vom 05. März 2004 ausdrücklich an­geführten - Kriterien der besonderen geschichtlichen (unten [3]) und künstlerischen Bedeutung (unten [4]) beschränkt. Dies folgt aus der (oben zu b) dargestellten) Normstruktur, wonach der Denkmalschutz (schon) an das objektive Vorliegen eines Schutzkriteriums anknüpfen kann.

        [1] Auf wissenschaftliche Gründe kann die Unterschutzstellung nicht gestützt werden. In Betracht käme hier allenfalls der dokumentarische Schutz einer besonderen Kon­struktion, die modellhaft oder erstmalig bestimmte Anforderungen der Bau- und Archi-tekturwissenschaft bewältigt und damit einen bestimmten geschichtlichen Wissens­stand bezeugt (vgl. VGH Mannheim, Urt. v. 13.12.1994, 1 S 2952/93, NVwZ-RR 1995, 315 [bei Juris Tz. 20]). Das ist vorliegend nicht erkennbar. Entsprechendes gilt für das Kriterium eines die Kulturlandschaft prägenden Wertes.

        [2] Die im angefochtenen Bescheid vom 05. März 2004 (S. 2) und im Schriftsatz vom 29. Juni 2007 (S. 2 - 5) angeführte Erwägung, dass die „beeindruckenden Bauten" in Burgtiefe einen „Höhepunkt" der „Seebäderkultur" erreicht hätten, wird dem besonde­ren geschichtlichen Wert des Gebäudes zugeordnet (s. u. [3]). Für Burgtiefe begrün­den diese Erwägungen auch einen städtebaulichen Wert i. S. d. § 5 Abs. 1 DSchG, weil den Bauten ein besonderer Aussagewert für die Architektur- und Baugeschichte des Seebades am Fehmarner Südstrand zukommt (s. dazu Beschl. des Senats v. 10.03.2006, a. a. O.; OVG Münster, Urt. v. 17.12.1999, 10 A 606/99, Juris [Tz. 38]). Die in den sechziger Jahren initiierte Planung und Neugestaltung des Ferienzentrums in Burgtiefe und die Durchführung eines „Ideenwettbewerbs" für die Kureinrichtungen, u. a. auch das „Haus des Kurgastes" sowie die Realisierung dieser Planung doku­mentieren eine für die bauliche Entwicklung in diesem Bereich charakteristische und unverwechselbare Entwicklung. Der Gedanke, dass die städtebauliche Bedeutung dem (ehemals vorhandenen Gesamt-) Ensemble aus Meerwasserwellenbad, Kurmit­telhaus und „Haus des Kurgastes" zukam, und der Umstand, dass im Jahr 1991 allein das Meerwasserwellenbad in das Denkmalbuch eingetragen worden ist, schließen es nicht aus, den städtebaulichen Dokumentationswert (nachträglich) auch dem „Haus des Kurgastes" zuzuordnen. Die städtebauliche „Idee" sowohl dieses Einzelobjekts wie auch der (nunmehr inkompletten) Gesamtanlage bleibt nach dem Eindruck des Senats vor Ort sichtbar.

        [3] Die soeben genannten Gründe der Architektur- oder „Seebäder"-Geschichte auf Fehmarn und insbesondere in Burgtiefe vermitteln dem „Haus des Kurgastes" zugleich einen „geschichtlichen" Wert i. S. d. § 5 Abs. 1 DSchG. Ein solcher Wert kann auch örtlich (begrenzt) begründet sein und sich auf die Baugeschichte auf Feh­marn bzw. an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins in den Sechziger Jahren bezie­hen (vgl. OVG Hamburg, Urt. v. 16.05.2007, 2 Bf 298/02, Juris: Zum (orts-) geschicht­lichen Wert einer Wohnsiedlung). Auch insoweit erfasst das Wertkriterium das (ehe­malige Gesamt-) Ensemble, was aber den Schutz des Einzelobjekts, das das „Ge­samte" sichtbar bleiben lässt, nicht ausschließt (s. o. [2]).

        [4] Dem „Haus des Kurgastes" kommt - schließlich - auch ein künstlerischer Wert i. S. d. § 5 Abs. 1 DSchG zu.

        Ein solcher Wert ist gegeben, wenn dem Schutzobjekt ein gesteigertes Maß an äs­thetischer oder gestalterischer Qualität und schöpferischer Leistung zukommt, oder wenn es als charakteristischer Repräsentant eines bestimmten Stils erscheint und in­soweit nichts „Alltägliches" darstellt (vgl. BVerwG, Urt. v. 24.06.1960, VII C 205.59, BVerwGE 11, 32/35; VGH Mannheim, Urt. v. 10.05.1988, 1 S 1949/87, NVwZ-RR 1989, 232; OVG Lüneburg, Urt. v. 25.07.1997, 1 L 6544/95, BRS 59 Nr. 233; OVG Magdeburg, Urt. v. 14.10.2004, 2 L 454/00, Juris [Tz. 39 f.]) Zur „Kunst" in diesem Sinne gehört auch die Baukunst.

        Das beklagte Landesamt hat dazu - sowohl hinsichtlich der äußeren Gestalt des Hauses als auch im Gebäudeinneren - Anhaltspunkte benannt, die den künstleri­schen Denkmalwert des Gebäudes begründen. Die Ortsbesichtigung hat dies bestä­tigt; der Senat hat dabei die Überzeugung gewonnen, dass das „Haus des Kurgastes" aufgrund der zahlreichen Stil- und Gestaltungsdetails als ein eigenständig wirksames, nicht alltägliches Gesamtkunstwerk anzuerkennen ist, das durch eine ausgesprochen qualitätvolle Ausführung beeindruckt.

        Die äußere Gebäudegestaltung in der Form eines „Pavillons" zeigt sowohl in Bezug auf das Dach und die Glasfronten („Curtain Walls") als auch hinsichtlich der Fenster­flächen (liegende Rechtecke) und die filigranen Fensterprofile eine sehr ausgewoge­ne Proportionierung. Das umgebende (jetzt durch [seeseitig] angelegte „Anböschun-gen" bzw. Anpflanzungen teilweise verdeckte) Plateau gibt dem Haus eine insge­samt elegante, leichte Wirkung. Die erhöhte Plattform gestattet einen weiten Aus­blick auf die Ostsee. Zum Meerwasserwellenbad ist die frühere verbindende Wirkung des (gestuften) Plateaus noch erkennbar. Die Pergolen an der Nord- und Südseite des Gebäudes lassen trotz ihrer farblich Störung die Gestaltungsidee erkennen; sie schaffen eine eindrucksvolle „Gang"-Situation und einen gewissen Übergangsbe­reich in die Natur. Eine Schattenspende können sie wegen ihres (hinsichtlich der Holzlamellen) inkompletten Zustandes derzeit nicht erbringen; es ist einleuchtend, dass ihnen diese Funktion im Zusammenhang mit den Glasfenstern zugedacht war.

        Die Formensprache des Gebäudes wirkt einheitlich und setzt sich im Gebäudeinne­ren fort. Hier fallen nicht nur die hochwertigen Materialien (Fußböden, Holzpaneele, Türen) auf, sondern auch die deutlich sichtbare Formung und Ausstattung der Innen­räume - bis hin zur Farbgebung der Stützen und Vorhänge - sowie die mitführenden Linien an den Treppenabgängen. Türbeschläge, Deckenleuchten (z. Zt. im Keller la­gernd) und Mobiliar sind von „einer Hand" ausgewählt. Die Terrazzo-Fliesen sind wie die Fensterflächen proportioniert. Tragende Wände im Innenbereich fehlen, so dass die Raum-„Inseln" gut erkennbar sind. Die Glasfronten sind erkennbar auf eine freie Aussicht auf die Ostsee bzw. den Strand angelegt. Auch die Treppe zum Kellerge-schoss und die Räume dort sind einheitlich gestaltet.

        Die funktionale Gestaltung weist ebenfalls Besonderheiten auf: Sowohl an der Ost­seite (mit Außenspielfläche) als auch an der Westseite (mit einem kleinen Amphithe­ater) können die Glasfronten durch Schiebeelemente geöffnet werden, so dass Ver­anstaltungen im Sommer von innen nach außen (oder umgekehrt) ermöglicht wer­den. Der Theatersaal mit einer abgesenkten „Mulde" für das Publikum ist hochwertig gestaltet.

        Unabhängig von der Frage, inwieweit alle Details des Gebäudes und seiner Innen­gestaltung auf die „Urheberschaft" Arne Jacobsens zurückgehen (s. o. 2 b), ergibt der erkennbare Baubestand eine überzeugende Grundlage für dessen künstleri­schen Wert i. S. d. § 5 Abs. 1 DSchG.

        Der anderslautenden Beurteilung des Verwaltungsgerichts vermag der Senat nach dem Eindruck vor Ort nicht zuzustimmen. Das „Haus des Kurgastes" ist nach seiner Gestaltung alles andere als „alltäglich". Die Umstände, dass die „Stahlkonstruktion" aus „zum Teil vorgefertigten Elementen" bestehen und das „Einstellen" der Innen­wände „bauartbedingt" sei, sind für die Beurteilung des künstlerischen Werts des Hauses unergiebig. Die Verwendung industriell vorgefertigter Bauteile kennzeichnet schon den Bauhausstil der Zwanziger Jahre (vgl. Hoenisch u. a. [Hg.], Tendenzen der Zwanziger Jahre, 1977, S. 1/164); gegen den künstlerischen Wert der daraus entstandenen Bauten spricht dies nicht. Dieser Wert geht von vornherein nicht aus der Art der Konstruktion, sondern aus der Formgebung, Proportionierung und schöp­ferischen Gestaltung des Gebäudes einschließlich des Gebäudeinneren hervor. Dem beklagten Landesamt ist insoweit zuzustimmen, wenn es gerade in der Schlichtheit des Gebäudes dessen besonderen künstlerischen Wert erkennt.

        Der zu beklagende (z. T.) schlechte bauliche Unterhaltungszustand (Dach-Undichtigkeiten, „blinde" Scheiben, entfernte Innentüren u. a.) stellt diesen Wert nicht in Frage. Der Gesamteindruck und die Identität des schützenswerten Bestandes sind erhalten. Die Statik ist nicht gefährdet, und die wesentlichen schutzbegründenden Merkmale des Gebäudes sind weiterhin vorhanden. Was erforderlich ist, ist keine Rekonstruktion, sondern Reparatur und Renovierung.

        Soweit die Klägerin in der mündlichen Verhandlung die erforderlichen Instandset­zungsaufwendungen auf bis zu 1,5 Mio. Euro beziffert hat, ist daraus keine Ein­schränkung des Schutzanspruchs abzuleiten. Sie ist für den schlechten Zustand des Gebäudes selbst verantwortlich (vgl. § 162 BGB). Die Klägerin hat als öffentlich­rechtliche Körperschaft den Denkmalschutz und die Denkmalpflege zu fördern (§ 1 Abs. 1 Satz 2 DSchG). Die Beurteilung der Denkmalwürdigkeit bleibt davon unbeein-flusst (vgl. OVG Magdeburg, Urt. v. 14.10.2004, a.a.O., Tz. 46).

        d) Gemäß § 5 Abs. 1 i. V. m. § 1 Abs. 2 DSchG muss die Erhaltung einer Sache, die wegen ihres städtebaulichen, geschichtlichen und künstlerischen Werts von „be­sonderer Bedeutung" ist (unten [1]), im öffentlichen Interesse liegen (unten[2]).

        [1] Um eine „besondere Bedeutung" i.S.d. § 5 Abs. 1 DSchG festzustellen, hat die Denkmalschutzbehörde den Rang des betroffenen Bauwerks zu bewerten.

        Bei Massenprodukten oder irreversibel verfremdeten Objekten fehlt eine „besondere Bedeutung" im vorgenannten Sinne. Andererseits ist aber nicht erforderlich, dass das betroffene Objekt ein herausragendes Beispiel oder jedenfalls das beste Werk eines bestimmten Typs darstellt (Beschl. des Senats vom 10.03.2006, a. a. O., sowie Urt. des Senats v. 10.10.1995, a.a.O.; Tz. 37). Die „besondere Bedeutung" muss nicht aus einer vergleichenden kunstgeschichtlichen oder städtebaulichen Betrachtung im gesamten Bundesgebiet oder in Schleswig-Holstein abgeleitet werden; es genügt, wenn das in Rede stehende Gebäude in seinem konkreten Bestand und baulichen Zusammenhang in der Region eine beispielgebende Funktion oder Gestaltung ver­körpert (vgl. OVG Münster, Urt. v. 30.07.1993, 7 A 1038/92, NVwZ-RR 1994, 135).

        Dem entsprechend hat das beklagte Landesamt das „Haus des Kurgastes" in Burgtie­fe als einen „Höhepunkt" der Bäderarchitektur der Sechziger Jahre in Schleswig-Holstein angesehen. Diese Bewertung ist rechtlich nicht zu beanstanden.

        Die Beeinträchtigung des ursprünglichen Ensembles mit den beiden anderen Jacob-sen-Bauten (Meerwasserwellenbad, Kurmittelhaus) schmälert den Rang des Einzel­objekts nicht, zumal die städtebauliche „Idee" des Gesamtensembles sichtbar bleibt (s. o. 2 c [2]). Auch die „Überformungen" sind - wie ausgeführt (oben 2 c [4]) - nicht irreversibel schädigend.

        Der (im Zusammenhang mit dem Einzelkriterium „künstlerischer Wert" dargelegten) Auffassung des Verwaltungsgerichts, das „Haus des Kurgastes" sei als „schlichter Funktionsbau ... kein herausragendes Beispiel für die Stilrichtung der Sechziger Jah­re", steht der Annahme einer „besonderen Bedeutung" im o. a. Sinne nicht entgegen. Dafür ist nicht erforderlich, dass dem Schutzobjekt eine überragende oder einzigarti­ge künstlerische oder geschichtliche/städtebauliche Qualität zukommt. Es genügt, dass es besonders geeignet ist, die Denkmalwertkriterien (oben c) zu dokumentieren, insbesondere, soweit mit dem Objekt eine eigenständige Schöpfung und künstleri­sche Auffassung über die Gestaltung von Bauwerken zum Ausdruck kommt (vgl. OVG Münster, Urt. v. 02.04.1998, 10 A 6950/95, Juris; VG B-Stadt, Urt. v. 25.07.2003, 14 K 64/99, Juris [Tz. 85 - 93]).

        Soweit das Verwaltungsgericht davon ausgeht, dass in Schleswig-Holstein „zahlrei­che weitere Gebäude dieser Art" vorhanden seien, mag dies der Fall sein, wenn man pauschal auf „Funktionsbauten" abstellt. Die filigrane Formensprache und aufwändige Gestaltung des Objektes auf Fehmarn ist demgegenüber im Hinblick auf die die - ge­richtsbekannte - (Funktions-) Bebauung der Ferieninsel Fehmarn, darüber hinaus aber auch für funktionell vergleichbare Einrichtungen an der (Festlands-)Ostseeküste in Schleswig-Holstein beispielgebend. Anders als andere, eher wuchtig ausfallende „Funktionsbauten" der Sechziger Jahre vermeidet das „Haus des Kurgastes" diesen Eindruck durch klare, lineare und transparente Strukturen. Angesichts der außerge­wöhnlichem architektonischen Schöpfung (s. o. 2 c [4]) kann der Beurteilung des be­klagten Landesamtes, dass das „Haus des Kurgastes" einen „Höhepunkt" der Bäder­architektur der Sechziger Jahre darstellt, zugestimmt werden.

        Eine besondere Bedeutung i. S. d. § 5 Abs. 1 Satz 1 DSchG ist dem „Haus des Kur­gastes" damit zu Recht zuerkannt worden.

        [2] Dem - zusätzlichen - Erfordernis eines öffentlichen Erhaltungsinteresses (§ 1 Abs. 2 S. 1 DSchG) kommt eine Korrektivfunktion zu, um aus mehreren in Betracht kom­menden denkmalfähigen und bedeutsamen Objektiven die denkmalwürdigen Objekte auszuwählen.

        Die zuständige Behörde hat insoweit die denkmalpflegerischen Belange abzuwägen, um festzustellen, ob die Erhaltung der denkmalwürdigen (s. oben c) Sache im öffentlichen Interesse liegt. Dabei sind auch gegen eine Unterschutzstellung sprechende Gesichtspunkte zu berücksichtigen (vgl. VGH Mannheim, Urt. v. 10.05.1988, 1 S 1949/87, NVwZ-RR 1989, 232; OVG Bremen, Urt v. 25.5.1998, 1 BA 9/97, NordÖR 2000, 168), wozu allerdings nicht die privaten Interessen des Denkmaleigentümers gehören, über das Schutzobjekt frei verfügen und es (insbesondere) verändern zu können (OVG Lüneburg, Urt. v. 27.10.1988, 1 kSHSl, n. v.). Über die Genehmigung evtl. Veränderungen des Schutzobjekts ist nicht bei der - hier streitigen - Unter­schutzstellung, sondern nach Maßgabe des § 9 Abs. 1 Nr. 1 DSchG zu entscheiden.

        Ob das Vorliegen eines Denkmalwertkriteriums (i. S. der Ausführungen zu 2 c) das öffentliche Erhaltungsinteresse in jedem Fall indiziert, bedarf im vorliegenden Fall keiner grundsätzlichen Entscheidung. Im vorliegenden Fall ist das öffentliche Erhal­tungsinteresse im Hinblick auf die gegebenen Schutzkriterien - städtebauli­cher/geschichtlicher bzw. künstlerischer Wert (oben c [2] - [4]) - zweifelsfrei gegeben.

        Bei der Bestimmung des öffentlichen Erhaltungsinteresse kommt es - zunächst - dar­auf an, ob das betreffende Schutzobjekt für den vom Denkmalschutz (auch) erstreb­ten Dokumentationswert einzigartig, selten, repräsentativ oder lediglich ein „typisches Beispiel" unter mehreren ist. Zwischen den verschiedenen Denkmalwertkriterien wird weiter zu differenzieren sein: In Fällen, die (allein) geschichtliche oder wissenschaftli­che Gründe betreffen, mag das öffentliche Interesse eher eine Auswahl unter ver­schiedenen in Betracht kommenden Schutzobjekten zulassen als es bei die Kultur­landschaft prägenden oder - wie hier - künstlerischen Schutzobjekten der Fall ist. Die Korrektivfunktion des öffentlichen Erhaltungsinteresses greift umso weniger, je gerin­ger die Anzahl der objektiv zu schützenden Sachen ist. Bei seltenen oder einzigarti­gen Schutzobjekten mit (besonderem) wissenschaftlichem, geschichtlichem oder künstlerischem Wert bleibt für „korrigierende" Entscheidungen im Rahmen des öffent­lichen Erhaltungsinteresses in der Regel kein Spielraum mehr. Insbesondere im Falle eines künstlerischen Werts eines Schutzobjekts wird die Feststellung dieses Wertes das öffentliche Interesse an der Erhaltung indizieren (vgl. OVG Berlin, Urt. v. 23.06.1989, 2 B 45.87, NJW 1990, 2019).

        Ausnahmen sind denkbar: Ein „bekannter" Architekt kann auch Werke schaffen, de­nen kein eigener Denkmalwert zukommt. Die Provenienz eines Werkes kann - mit anderen Worten - zwar dessen Denkmalwert nahelegen, begründet aber ohne weite­re, dem Werk selbst „anzusehende" künstlerische Merkmale nicht in allen Fällen das öffentliche Erhaltungsinteresse. Die Frage, ob der künstlerische Wert eines Schutzob­jekts einem (genau) bekannten Urheber oder Künstler zugeordnet werden kann (s. o. 2 b), ist damit für die Begründung des öffentlichen Erhaltungsinteresses nicht von entscheidender Relevanz. Es kommt - entscheidend - darauf an, inwieweit das „künstlerisch wertvolle" Schutzobjekt selbst besonderer Ausdruck einer Kunst- oder Stilrichtung ist.

        So liegt es hier. Das „Haus des Kurgastes" ist, wie auch im Rahmen der mündlichen Verhandlung durch eine vergleichende Betrachtung größerer Bauwerke (Mies van der Rohe: Neue Nationalgalerie Berlin) illustriert worden ist, als „Pavillon der Moderne" ein wenngleich kleiner, so aber doch dem Konzept des Funktionalismus entspre­chendes und zugleich dänisches Design integrierendes Unikat. Die Gestaltungsidee ist, wie die Besichtigung sowohl des Äußeren wie des Gebäudeinneren bestätigt hat, in allen Details des Baukörpers und der Innenausstattung ablesbar. Das belegt nicht nur den besonderen, nicht „austauschbaren" künstlerischen Wert des Gebäudes, sondern begründet zugleich das öffentliche Erhaltungsinteresse in einer geradezu aufdrängenden Weise.

        e) Das Eigentumsrecht der Klägerin wird durch die Eintragung nicht verletzt. Sie kann sich als juristische Person des öffentlichen Rechts gegenüber dem beklagten Lan­desamt von vornherein nicht auf eine Verletzung ihres „Eigentumsrechts" nach Art. 14 GG berufen (Art. 19 Abs. 2 GG; vgl. BVerfG, Beschl. v. 02.05.1967, 1 BvR 578/63, BVerfGE 21, 362/369; BGH, Urt. v. 31.10.1974, III ZR 45/72, BGHZ 63, 196; Dürig, in: Maunz-Dürig, GG-Komm., Art. 19 Abs. 2 Rdnr. 48).

        Unabhängig davon ist keine Kollision der Eintragung des gemeindeeigenen Gebäu­des in das Denkmalbuch in Bezug auf das Eigentum (§ 903 BGB) festzustellen.

        Die Denkmalschutzbehörde berücksichtigt die Eigentümerbelange durch eine ent­sprechende Gestaltung des der Eintragung vorausgehenden Verwaltungsverfahrens, insbesondere eine sorgfältige Sachverhaltsklärung (vgl. BVerwG, Beschl. v. 10.07.1987, a.a.O.). Soweit infolge der Unterschutzstellung wirtschaftlich unzumutba­re Folgen eintreten, muss dem im Rahmen von Einzel-Erlaubnissen nach § 9 DSchG Rechnung getragen werden (vgl. - zur Rechtsposition privater Denkmaleigentümer -BVerfG, Beschl. v. 02.03.1999, 1 BvL 7/91, BVerfGE 100, 226 ff.). Bei gemeindlichem Eigentum kann dies nicht grundrechtlich begründet werden (s. o.), wohl aber unter Verhältnismäßigkeitsgesichtspunkten. Allerdings dürfte einer Gemeinde als Denk­maleigentümerin wegen der ihr gesetzlich obliegenden Pflicht zur Förderung der Denkmalschutz und -pflegeaufgabe (§ 1 Abs. 1 S. 2 DSchG) wesentlich mehr „wirt­schaftlich" zumutbar sein, als es bei einem Privateigentümer der Fall wäre.
    3. Die angefochtenen Bescheide unterliegen damit - insgesamt - keinen rechtlichen Bedenken. Der zugelassenen Berufung war nach alledem stattzugeben.

      Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 1 VwGO.

      Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit beruht auf § 167 VwGO i. V. m. §§ 708 Nr. 10, 711 ZPO.

      Die Revision war nicht zuzulassen, weil keine Zulassungsgründe nach § 132 Abs. 2 VwGO gegeben sind.

    Rechtsmittelbelehrung

    Die Nichtzulassung der Revision kann innerhalb eines Monats nach Zustellung dieses Urteils beim

    Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht, Brockdorff-Rantzau-Straße 13, 24837 Schleswig,

    durch Beschwerde schriftlich angefochten werden. Die Beschwerde muss das angefoch­tene Urteil bezeichnen. Die Beschwerde ist innerhalb von zwei Monaten nach der Zustel­lung dieses Urteils zu begründen. Die Begründung ist bei dem Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht einzureichen. In der Begründung der Beschwerde muss die grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache dargelegt oder die Entscheidung, von der das Urteil abweicht, oder der Verfahrensmangel bezeichnet werden. Im Beschwerdeverfahren muss sich der Beschwerdeführer durch einen Rechtsanwalt oder Rechtslehrer an einer deutschen Hochschule im Sinne des Hochschulrahmengesetzes mit Befähigung zum Richteramt als Bevollmächtigten vertreten lassen. Juristische Personen des öffentlichen

    Rechts und Behörden können sich auch durch Beamte oder Angestellte mit der Befähi­gung zum Richteramt oder Diplomjuristen im höheren Dienst vertreten lassen.

     


    Fries                                                   Wilke                                      Wend

 


F. Initiativen des Vorstandes der IG-Fehmarn

Bereits 2006 hat sich der Vorstand eingehend mit der Gestaltung des Südstrandes und insbesondere mit einer beabsichtigten Bebauung der Spielwiese (benachbart zum "Haus des Kurgastes" - jetzt "Haus des Gastes" - befasst. Die Pressemitteilung lautete:
Pressemitteilung

Das Fehmarnsche Tageblatt berichtete hierüber am 1.8.2006:

"Gefahr, dass Südstrand zum Geisterviertel wird"

Interessengemeinschaft fordert Ausgleich für Bebauung der Spielwiese sowie weitere Maßnahmen

Burgtiefe - Die Südstrand-Eigentümer-Interessengemeinschaft Burg sorgt sich um die touristische Attraktivität Burgtiefes. Wie auf jüngster Vorstandssitzung deutlich wurde, befürchten die Eigentümer vor allem durch die Bebauung der Spielwiese und den Leerstand einiger Objekte, dass der Südstrand zu einem "Geisterviertel" verkommt.

Die IG kritisiert das Fehlen einer entsprechenden Ausgleichsfläche in den Planungen, die als Spiellandschaft genutzt werden könnte. "Gerade bei der Positionierung des Südstrandes um Hinblick auf Wiesen, Wald und Wasser gegenüber den Betonwüsten in Heiligenhagen und der Trostlosigkeit am Grömitzer Strand kam der Spielwiese eine bedeutsame Rolle zu. Diese wurde nicht nur von den großen und kleinen Strandbesuchern sehr gut angenommen sondern prägte auch das Erscheinungsbild des Areals von Land und von See aus positiv", so der erste Vorsitzende Carl Barthel.

Die IG befürchtet mit dem Wegfall der beliebten Grünfläche samt Wäldchen einen Imageschaden des Südstrand in Sachen Naturbelassenheit und Familienfreundlichkeit. Die Tatsache, dass das in diesem Bereich geplante Hotel mit vier Sternen aufwarten soll, verstärke diese "Negativentwicklung" noch, so Barthel: "Hier wird weniger der Schwerpunkt auf Familienfreundlichkeit als vielmehr auf ein Tagungshotel gelegt." So bestehe die Gefahr, dass aus dem Südstrand "eine Art Geisterviertel" werde, spielt Barthel auch auf den Leerstand in Burgtiefe an. Das ehemalige "Piratenland", das schräg gegenüberliegende "Sailor's Inn" und seit diesem Jahr nun auch das Haus des Gastes werden nicht genutzt. Dadurch sei die Quantität und Qualität von Events am Südstrand schon jetzt gesunken. "Hier muss man die enormen Aktivitäten der im Wettbewerb stehenden anderen Ostsee-Bäder sehen, insbesondere in den neuen Bundesländern. Es gilt, nicht den Anschluss zu verlieren und notfalls mit den üblichen Mitteln der Politik und der Verwaltung die Interessen der offenbar wenig an einem Strang ziehenden Eigentümer sowie der IFA unter einen Hut zu bringen", so Barthel.


Die Lübecker Nachrichten berichteten hierüber am 2.8.2006:

Südstrand-Eigentümer mischen sich wieder ein

Schwimmbad und neues Hotel: Droht Burgtiefe ein "Geisterviertel"?

Burgtiefe A.F. - Die Interessengemeinschaft der Südstrand-Eigentümer mischt sich erneut in die Zukunfts-Planungen für Burgtiefe ein. Wenn die Stadt Fehmarn nicht aufpasse drohe dort ein "Geisterviertel", warnte ihr Vorsitzender Dr. Carl W. Barthel.

Ihre Hauptsorge gilt den Problemfeldern Schwimmbad und Spielwiese, Grundsätzlich wird zwar der von der Politik verabschiedete "Masterplan Südstrand" als Chance zur Attraktivitätssteigerung begrüßt. Dennoch gibt es Bedenken. Naturbelassenheit, Familienfreundlichkeit oder die gute Erreichbarkeit der Südstrand-Events könnten verloren gehen, betonte Barthel nach einer Vorstandssitzung. Zum Stichwort Natur: Das Miteinander von Wiesen, Wald und Wasser sei rund um die Spielwiese bislang prägend. Als negative Gegenbeispiele nannte Barthel die "Betonwüsten" von Heiligenhafen oder die "Trostlosigkeit" am Grömitzer Strand. Doch jetzt gefährde eine Hotelanlage mit möglichst vier Sternen diesen Grünbereich. Eine ähnlich attraktive Spiellandschaft an anderer Stelle vermisse er, so Barthel. Die Hotelanlage lege ihren Schwerpunkt weniger auf den Aspekt "Familienfreundlichkeit". Angedacht sie vielmehr ein Tagungshotel. Das schüre aber die Gefahr, dass hier "eine Art Geisterviertel" mit hohe Imageschaden entstehen könne, falls das Konzept nicht aufgehe. Leerstände wie im ehemaligen Sportpark, im Yachthafen oder im Haus des Gastes seien warnende Beispiele. "Hoffentlich kommt der neue Betreiber mit dem zugesagten Zuschuss aus", befürchtet Schatzmeister Horst Schemberg, das neue Bad könnte eines Tages "nicht mehr ordentlich betrieben werden". Die Stadt müsse in künftigen Verträgen eine "Betreiberpflicht" installieren.

Anlässlich der Anhörung beim Ortstermin des OVG Schleswig-Holstein im Juli 2007 befasste sich der Vorstand erneut mit der Gestaltung des Südstrandes. Hierzu wurde in der Vorstandssitzung am 27.7.2007 folgendes Statement verabschiedet:

"In der Anhörung beim Ortstermin des OVG Schleswig-Holstein wurde deutlich, dass Arne Jacobsen die Umgebung (Landschaft) um seine Gebäude in seine Planung mit einbezog. Wenn man soviel Beton (von der IFA im Osten bis zu den Häusern mit den Eigentumswohnungen im Westen) in eine Landschaft wie es die Ostseeküste nunmehr an dieser Stelle ist, verbaut, muss auch Raum sein für Wald und Wiesen als Ausgleich. Dies war auch so vorhanden. Es kann jetzt nicht sein, dass nun jede bebaubare Fläche aus finanziellen Gründen der Stadt Burg neben den Jacobsen-Bauten mit irgendwelchen Objekten verbaut wird.
Die vor einigen Jahren auf der anderen Seite der Spielwiese gebaute sog. "Strandburg" ist an Hässlichkeit kaum zu überbieten und hätte als architektonisch minderwertig und städtebaulich so nicht innerhalb der Jacobsen-Anlage zugelassen werden dürfen; dieses Bauwerk paßt wie die Faust aufs Auge mitten in dem Rest-Ensemble der Jacobsen-Anlage. Wir vom Vorstand der IG Fehmarn sind hierüber verärgert.
Es bleibt zu hoffen, dass bei der nunmehr erforderlichen Sanierung bei dieser Gelegenheit viel von der ursprünglichen Planung von Arne Jacobsen wieder hergestellt wird. So haben nie die wärmedämmenden Holzpanelen an den Seitenwänden gefallen, die ein Durchfluten mit Licht der Räume bzw. die Sicht auf das Wasser verhindern (usw.).
Nunmehr soll die Spielwiese mit einem Hotel und Appartement-Häusern bebaut werden. Viele Fehmaraner sind gegen die Bebauung der Spielwiese - der Vorstand der IG Fehmarn auch; wenn aber die Würfel für eine Bebauung gefallen sein sollten, dann sollten das Landesamt für Denkmalpflege wenigstens Einfluss nehmen auf diese Bebauung zwischen den Jacobsen-Bauten und auf jeden Fall weitere Appartement-Häuser und architektonisch minderwertige Bauten verhindern.
Die Leitgedanken von Arne Jacobsen sollten in angemessener Weise Berücksichtigung finden. Nur immer das einzelne Bauwerk im Rahmen eines Bebauungsplanes zu betrachten, halten wir vom Vorstand für verfehlt.
Aus unserer Sicht wäre unverändert zu prüfen, ob nicht die Vorausaussetzungen für die Eintragung als Ensemble für den gesamten hier relevanten Südstrandstreifen in Betracht gezogen werden sollte (also mit Grünbereich). Der Ersatz des alten Kurmittelhauses infolge der (mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmten) Erweiterung der Schwimmhalle dürfte kein Hindernis sein.

Der Vorstand der Südstrand Interessengemeinschaft Fehmarn e.V. fordert die zuständige Denkmalbehörde auf, die gesamte Anlage Arne Jacobsen in Burgtiefe auf Fehmarn von der Hotelanlage der IFA bis einschließlich Spielwiese als Ensemble unter Denkmalschutz zu stellen, hilfsweise auf die Bebauung in diesem Bereich unter denkmalschützerischen Gesichtspunkten Einfluss zu nehmen. Bei einer evtl. Erweiterung der Jacobsen-Anlage sollte andererseits die Denkmalbehörde flexibel reagieren und eine Gesamtwürdigung im Hinblick auf die Bedeutung von Jacobsen einerseits und der öffentlichen Belange der Stadt Fehmarn andererseits vornehmen."


G. Weitere Werke und Bauten von Jacobsen